5  Strukur & Klassifikation

Teil 1: Die Komponenten der Chondrite (5.1 - 5.4)
Chondrite enthalten primitives Material, das direkt in der protoplanetaren Scheibe gebildet, und darauf folgend im Meteoriten-Mutterkörper gar nicht bis stark verändert wurde. Die einzelnen Komponenten der Chondrite erlaubt direkte Rückschlüsse auf die Struktur, Bildung, Entwicklung, Chronologie, usw. der protoplanetaren Scheibe. Es ist daher von zentraler Bedeutung, die verschiedenen Komponenten der Chondrite zu kennen. Informiere Dich über die verschiedenen Chondrit-Komponenten, und beschreibe diese am Besten mit Hilfe von Zeichnungen.
Lernziele
Beschreibe die allgemeine Struktur und Textur der Chondrite. Nenne und beschreibe deren Komponenten, inklusive deren genereller Mineralogie, und wie sich die Chondrite in der Häufigkeit ihrer Komponenten unterscheiden.

Teil 2: Die verschiedenen Klassen der Meteorite (5.5 - 5.8)
Meteorite unterscheiden sich in vielen Eigenschaften. Schaue Dir an, wie Meteorite klassifiziert werden, und welche Kriterien dafür wichtig sind. Die Meteoriten-Klassifikation hat außerdem einen direkten Bezug zu deren Mutterkörper. Verstehe diesen Zusammenhang.
Lernziele
Nenne die Kriterien, um Meteorite zu klassifizieren. Zeichne die allgemeine Klassifikation der Meteorite bis etwa auf Clan-Ebene, inklusive deren relativer Häufigkeiten. Erkläre, wie die Klassifikation der Meteorite mit dem Aufbau und der Struktur ihrer Mutterkörper zusammen hängt.

Bonus 1: Element-Zusammensetzungen der Chondren (5.9 - 5.10)
Die Chondren der Chondren-Population eines Chondriten sind nicht alle gleich zusammengesetzt, sondern unterschiedlich. Das ist unter anderem schon in der Chondren-Klassifikation in Typ I, II, bzw. A, AB, B erkennbar (-> diese müssen bekannt sein). Die Gesamtzusammensetzungen der Chondren in Chondren-Populationen individueller Chondrite zeigen dabei eine bestimmte Verteilung. Ebenso haben SEE typische Muster in Chondren. Informiere Dich über die Gesamtzusammensetzungen von Chondren und Chondren-Populationen in Chondriten und was sich daraus über die Bildungsbedingungen und -regionen der Chondren ableiten lässt. Verwende außerdem MetBase, um selbst ein Diagramm der Verteilung von Chondren-Zusammensetzungen in verschiedenen Chondriten anzufertigen.
Lernziele
Nenne ungefähre Zusammensetzungsintervalle wichtiger Elemente einer typischen Chondren-Population eines Chondriten. Beschreibe die Verteilung der Gesamtzusammensetzungen der Chondren-Population eines Chondriten. Zusammensetzungen eines Chondriten. Beschreibe die Muster und Häufigkeiten von SEE in Gesamt-Chondren. Erkläre, weshalb Chondren in einem Chondrit unterschiedliche Gesamt-Zusammensetzungen haben. Begründe, aus wie viel verschiedenen Reservoiren Chondren eines Chondriten stammen. Anwendung von MetBase auf konkrete Fragestellungen.

Bonus 2: Isotopische Zusammensetzung der Meteorite (5.11 - 5.12)
Die Isotopen-Zusammensetzung von Gesamt-Meteoriten wird genutzt, um unterschiedliche Bildungsregionen der Meteorite zu identifizieren. Damit dient sie gleichzeitig als Klassifikationsmerkmal. Zwei häufig genutzte Schemata dafür sind einmal die Sauerstoff-Isotope, und zum Anderen nukleosynthetische Anomalien. Diese beiden Schemata sind prinzipiell verschieden. Lerne den Unterschied dieser Schemata, erkläre wie diese verwendet werden und was aus diesen für unser Verständnis der protoplanetaren Scheibe abgeleitet werden kann.
Lernziele
Erkläre die verschiedenen Steigungen im Sauerstoff 3-Isotopen-Plot. Erkläre massen(un)abhängige Fraktionierung. Beschreibe, wie Sauerstoff-Isotope als Meteoriten-Klassifikation genutzt werden, und wo sich die verschiedenen Meteorite, aber auch weitere Komponenten, sowie die Sonne im Sauerstoff 3-Isotopen-Plot finden. Argumentiere, wie die nukleosynthetische Dichotomie der Meteorite entstand, und setze diese dabei in Bezug zu präsolaren Körnern und einer möglichen Strukturierung der protoplanetaren Scheibe, sowie dem Einfluss Jupiters auf diese hypothetische Strukturierung.

Bonus 3: Größen und Größenverteilungen der Chondren (5.13 - 5.14)
Chondren haben bestimmte Größenverteilungen und unterschiedliche, mittlere Größen in den verschiedenen Chondrit-Gruppen. Schaue Dir an, wie die Chondren-Größenverteilungen aussehen, und was sich daraus über die Chondren-Bildung lernen lässt.
Lernziele
Kenne ungefähr die Chondren-Größen in den verschiedenen Chondriten. Beschreibe die Chondren-Größenverteilungen und argumentiere, was sich daraus für die Chondren-Bildung ableiten lässt. Erkläre den Unterschied in den 2D und 3D Chondren-Größenverteilungen.

5.1 Die verschiedenen Chondrite und ihre Komponenten

Die Haupt-Komponenten der Chondrite sind Chondren (typischerweise 20-80 vol%) und Matrix (ebenso typischerweise 20-80 vol%), und die Neben-Komponenten sind CAIs (0-3 vol%) und Opak-Phasen (Metall und Sulfid; typischerweise 0-5 vol%). Die Größen und Häufigkeiten der Komponenten variieren teils stark zwischen den verschiedenen Chondrit-Gruppen. Weiter treten Spuren weiterer, oftmals recht wichtiger Komponenten auf: präsolare Körner, organisches Material, UN/FUN Einschlüsse, Fremdlinge – und mehr.

Haupt-Komponenten: Chondren: 20-80 vol%; Matrix: ca. 20-80 vol% Neben-Komponenten: CAIs: ca. 0-3 vol%; Opak-Phasen: ca. 0-5 vol%.

Präsolare Körner, organisches Material, UN/FUN Einschlüsse, Fremdlinge, etc. Organisches Material enthält z.B. Informationen über mögliche Bausteine für Leben, oder profaner, den petrologischen sub-Typ eines Chondriten. Präsolare Körnern können die Isotopen-Zusammensetzung der Chondrite und ihrer Komponenten charakteristisch verändern, und so für Reservoir-Studien verwendet werden.

CI

CV

CK

CO

CM

CH

CB

Wahr

Falsch

Gewöhnliche Chondrite

Kohlige Chondrite

5.2 Struktur von Gesamt-Chondriten in 3D

Mikro Computer untestützte Tomographie (µ-CT – wobei sich ›mikro‹ auf die untersuchte Größenskala bezieht) erlaubt 3D Einblicke in Meteorite. Durch die damit erzeugten Bildstapel kann man sich sequentiell hindurch bewegen, daraus 3D Objekte erstellen und die verschiedenen Komponenten einzeln entfernen, oder in stereographischen Bildern oder Filmen mit rot/grün Brillen studieren. Tomographische Untersuchungen sind entscheidend um z.B. wahre 3D Komponenten-Größen, Verteilungen, Auftreten oder Strukturen zu bestimmen. Diese Untersuchungen sind außerdem äußerst instruktiv und anschaulich um die Struktur von Meteoriten zu verstehen.

In 2D gibt es immer Schnitteffekte, die es in 3D nicht mehr gibt. So können in 3D wahre Chondren-Größen, Modalbestände von Opak-Phasen in Chondren und Matrix, oder Strukturen von Chondren, usw. bestimmt werden.

Wahr

Falsch

Pixel

Vixel

Voxel

Poxel

mm

µm

5.3 Generelle Eigenschaften der Chondrite

Zu den grundlegenden Charakteristika der Chondrite gehört der Modalbestand der Komponenten wie Chondren (inkl. deren mittleren Chondren-Größen), Matrix, Ca,Al-reiche Einschlüsse (CAIs) und Metall, sowie auch Sulfide. Zwischen den letzten beiden wird häufig nicht unterschieden. Es ist außerdem interessant zu wissen nach welchenm Typ-Meteorit eine Chondrit-Gruppe benannt ist, bzw. welches andere Kriterium verwendet wird, um eine Chondrit-Gruppe zu benennen.

Kohlige Chondrite, außer CI. Auch CK haben vermutlich aufgrund ihres oftmals höheren petrologischen Typs weniger Chondren, die während der Metamorphose rekristallisieren und dabei ihre ursprüngliche Textur verlieren. Dazu noch R und K Chondrite.

Kohlige Chondrite (8 Gruppen) haben zunächst ein ›C‹, gefolgt vom ersten Buchstaben des Typ-Meteorits für die Gruppe. Eine Ausnahme sind die CH Chondrite, hier steht das H für ›high iron‹. Gewöhnliche Chondrite (3 Gruppen) werden nach ihrem Eisen- und Metall-Gehalt unterschieden in H für ›high iron‹, L für ›low iron‹ und LL für ›low iron, low metal‹. Die beiden Enstatit Chondrit-Gruppen bekommen zunächst ein ›E‹, gefolgt von ›H‹ bz. ›L‹, welche dieselbe Bedeutung haben wie bei den gewöhnlichen Chondriten. Die Einzelgruppen R und K sind nach deren Typ-Meteorit benannt.

<0.1 mm

<1 mm_x000B_<10 mm

ca. 3 vol% in CR Chondriten

ca. 4 vol% in CR Chondriten

ca. 4 vol% in CK Chondriten

ca. 3 vol% in CV Chondriten

ca. 4 vol% in CV Chondriten

CC

OC

EC

K

R

5.4 Struktur und Erscheinungsbild von Chondrit-Matrices

Kohlige Chondrite haben den höchsten Matrix-Modalbestand von bis zu einigen zehner Vol%, in nahezu 100 Vol% in den CI Chondriten. Der Ursprung sowie die Umarbeitung von Matrix-Material ist weiterhin umstritten. Matrix-Material wahr ursprünglich entweder sub-µm winziges, interstellares Material der Molekülwolke aus der sich unser Sonnensystem gebildet hat. Alternativ kondensierte das Matrix-Material in einer evaporierten Region der protoplanetaren Scheibe, vermutlich nahe der junge Sonne. Schließlich könnte Matrix-Material noch der feine Abrieb aus Zusammenstößen etwas größerer Partikeln resultieren. Zumindest scheint es unzweifelhaft, dass Chondren und Matrix gemeinsam zu Planetesimalen aufklumpften, aus denen in den folgenden, wenigen Millionen Jahren die Planeten entstanden. Es ist ebenso klar, dass die ursprüngliche Matrix auf den meisten Mutterkörpern noch wässrig und/oder thermisch verändert wurde, was zu einem breiten Spektrum an Matrix-Strukturen und dem Aussehen der Matzes beigetragen hat.

CC: 20-80 vol% (100 vol% in CI); OC: 10-15 vol%; EC: 2-15 vol%; R: 36 vol%: K: 73 vol%.

  1. sub-µm winziges, interstellares Material; (ii) kondensiertes Material aus einer evaporierten Region nahe der jungen Sonne; (iii) feinkörniger Abrieb aus Zusammenstößen von etwas größerem Material, z.B. Chondren.

Wahr

Falsch

Olivin

Phyllosilikate

Sulfide

Feldspäte

Magnetit

Pyroxen

Serpentin

Wahr

Falsch

5.5 Klassifikation der Meteorite

Meteoriten-Gruppen werden anhand vieler Charakteristika klassifiziert, wie Auftreten, Größe und Häufigkeit von Komponenten, oder der Gesamt-Element und Isotope-Zusammenestzungen.

Mutterkörper: Undifferenziert – Intermediär – Differenziert Super-Klassen: Chondrite – Primitive Achondrite – Achondrite Klassen: Kohlige Chondrite – Gewöhnliche Chondrite – Enstatit Chondrite – (R, K) Clans: CM-CO, CV-CK, CR-clan – Acapulcoite-Lodranite, Winonaite-IAB-IIICD – Mond, Mars, Vesta, Pallasite, Eisen

Bei einigen Gruppen spielt es keine echte Rolle, ob sie Clans oder Klassen zugeordnet werden.

Meteorite werden klassifiziert entsprechend der darin auftretenden Komponenten wie Chondren, CAIs, Matrix; deren Gesamt-Mineralogie; dem Modalbestand und Größe der Komponenten/Minerale, sowie der Element- und Isotopen-Zusammensetzung der Gesamt-Meteorite.

Es gibt weitere Klassifikationsmerkmale wie Schock, Verwitterung, etc., die aber nicht notwendigerweise Grundlage für die Klassifikation hier sind.

Damit werden bei den Chondriten die gewöhnlichen und Enstatit-Chondrite unterteilt, sowie eine Gruppe der kohligen Chondrite. Die Buchstaben stehen dabei für: high iron, low iron und low iron low metal.

Die einzige Gruppe bei den kohligen Chondriten, welche dieser Klassifikation folgt und ein ›H‹ enthält, sind die CH-Chondrite.

Primitive Achondrite

Vesta

Lodranite

CR-clan

Undifferenzierte

IIAB

Intermediär

CI-CR clan

Sonnen-Chondrite

Kohlige Chondrite

Gewöhnliche Chondrite

C steht für ›Casablanca‹

C steht für ›carbonaceous‹

Der zweite Buchstabe spezifiziert den Clan

Der zweite Buchstabe steht für ›kohliger Chondrit‹ Der zweite Buchstabe steht für den Typ-Chondrit

Diese wurden sehr heiß, und sind stark metamorph überprägt

Diese waren komplett aufgeschmolzen, aber nur teils differenziert

Diese enthalten teils noch Chondren

Zu diesen gehört der Mond

Zu diesen gehören die Pallasite

Manche Meteoriten-Gruppen repräsentieren die Kern-Mantel Grenze

Der Mars gehört dazu

Es sind alles differenzierte Mutterkörper

Eisen-Meteorite werden anhand ihrer Spuren-Elemente weiter unterteilt

Mesosiderite sind eine Gruppe der Achondrite

5.6 Klassifikation der Gewöhnlichen Chondrite

Gewöhnliche Chondrite werden anhand der Fayalit (Fa)- und Ferrosilit (Fs)-Gehalte in Chondren-Olivin bzw. Pyroxen klassifiziert. Es werden 3 Gruppen unterschieden, basierend auf der Gesamt Fe-Konzentration im Chondrit: high-metal (H), low-metal (L), low-iron, low-metal (LL). Es irritiert etwas, dass die Fa- und Fs-Gehalte steigen, obwohl die Gesamt Fe-Konzentrationen sinken, aber das kommt schlicht daher, dass die LL Chondrite oxidierter sind als die H Chondrite. Weitere Merkmale der OC sind: sie bestehen hauptsächlich aus Chondren (60-80 vol%) und Matrix (~10-15 vol%), etwas Opak-Phasen (2-10 vol%) und seltene CAIs (0.1-1 vol%). Mittlere Chondren-Größen liegen zwischen 300 und 900 µm. Die Si/Mg Verhältnisse der OC sind super-solar, und die volatile Element sind zu variablen Anteilen verarmt relativ zu solar.

H: high Fe (iron); L: low Fe (iron): LL: low Fe (iron), low metal.

LL Chondrite haben die höchsten FeO-Gehalte, d.h. die höchsten Fa- und Fs-Gehalte. Das ist unerwartet, da die LL Chondrite die geringsten Fe-Gehalten haben. Der ist, dass die LL Chondrite zwar die geringsten Fe-Gehalte haben, aber auch am oxidiertesten sind, und daher die Silikate der LL das meiste FeO enthalten.

H3.5

CO3

L

L/LL

R3.7

L6

Wahr

Falsch

Wahr

Falsch

5.7 Klassifikation der Eisen-Meteorite

Eisen-Meteorite haben eine lange Klassifikationsgeschichte, unter anderem eine strukturelle Klassifikation in ›Oktahedrite‹ oder ›Ataxite‹, die heute nicht mehr verwendet wird. Stattdessen werden Gesamt-Meteorit Spurenelemente verwendet um >10 Gruppen zu unterscheiden, plus einer großen Anzahl ungruppierter Eisen-Meteorite. Große Trends in der Zusammensetzung einzelner Gruppen werden als das Ergebnis fraktionierter Kristallisation interpretiert. Eisen-Meteorite mit ausgedehnten Trends werden als ›magmatisch‹ bezeichent, und solche mit geringeren Trends als ›nicht-magmatisch‹. Ein unglückliche Unterscheidung, da alle Eisen-Meteorite einmal geschmolzen waren.

Entsprechend ihrer siderophilen Spurenelement-Konzentrationen. Typische Klassifikationsdiagramme sind Ir vs. Ni und Ge vs. Ni.

Entsprechend struktureller Eigenschaften. Die Meteoriten wurden aufgeschnitten, poliert und mit einer schwachen Säure (HNO3) behandelt Die verschiedenen Mineral reagieren unterschiedlich auf die Säure, dabei wird deren Kristallisationsstruktur erkennbar (-> Widmanstättsche Muster). Diese wurden dann zur Klassifikation in z.B. Hexahedrite, Oktahedrite oder Ataxite verwendet.

Nichts genetisches, nur ob diese entweder eine große oder geringe Variabilität in ihrer Zusammensetzung haben.

Wie der Name sagt: eine Gruppe wurde durch magmatische Prozesse gebildet, die andere dagegen nicht.

Nichts, das bezieht sich ausschließlich auf die alte Klassifikation nach der Struktur, und hat heute keine Bedeutung mehr.

Differentation des Mutterkörpers

Fraktionierte Kristallisation

Mischung verschiedener Meteoriten-Gruppen

Sub-Solidus Element Umverteilung

<10

10

unklar

5.8 Häufigkeiten der verschiedenen Meteoriten-Klassen

Es ist interessant sich einmal anzuschauen, wie viele Meteorite eines bestimmten Typs in unseren Sammlungen vorhanden ist. Beispielsweise sind die meisten Meteorite undifferenziert (93%). Von den differenzierten Meteoriten sind die meisten HEDs, nur wenige sind Pallasite oder Mesosiderite. Die meisten Chondrite sind gewöhnliche Chondrite (95%) – daher der Name. Nur 4% sind kohlige Chondrite. Von diesen sind die meisten CM, CO, CV und CK, wobei CM-CO und CV-CK noch eigene Clans bilden. Nur etwa 0.4% der kohligen Chondrite gehören zu den wichtigen CI Chondriten, die in etwa dieselbe Zusammensetzung wie die Sonne haben. Natürlich wären noch sehr viel mehr und andere Einsichten möglich und interessant. Z.B., wie sich Fälle von Funden unterscheiden.

Das lässt sich nicht sagen. Vermutlich nicht sonderlich repräsentativ. Viele Chondrite können von nur einem Mutterkörper stammen, wie die CRE-Alter nahe legen. Das verzerrt dann die gesamte Statistik.

CO, CM, CV, und CK. Dabei bilden CO-CM und CV-CK noch Clans, d.h., diese haben einige Ähnlichkeiten. Der CO-CM Clan macht mehr als die Hälfte der kohligen Chondrite aus (52%), der CV-CK Clan immer noch 36%. D.h., nur 12% sind andere kohlige Chondrite.

>60.000

>10.000

>6.000

ca. 92%

ca. 29%

ca. 48%

ca. 63%

ca. 4%

ca. 0.015%

ca. 0.4%

ca. 0.04%

5.9 Gesamt-Chondren Element Verteilungen

Chondren eines Chondriten haben variable Gesamt-Zusammensetzungen. Die Verteilungen sind üblicherweise unimodal und in etwa normal bis log-normal. Unimodal bedeutet nur ein Peak, d.h., Chondren eines Chondrits haben keine multi-modalen Verteilungen. Allerdings können multi-modale Verteilungen für einzelne Elemente auftreten, z.B. für refraktäre Elemente wie Al. Wahrscheinlich sind das dann Chondren, denen refraktäres Material wie z.B. CAIs zugemischt wurden. Die meist unimodalen Verteilungen entstanden wahrscheinlich durch Gas-Schmelz Austausch während der Chondren-Bildung. Die Mischung unterschiedlicher Precursor-Körner ist unwahrscheinlich, da diese µm-klein waren. Werden Tausende bis Millionen solcher kleiner Precursor-Körner für ein Chondren Precursor-Aggregat gemischt, ergibt das immer die mittlere Zusammensetzung der Precursor. D.h., Chondren hätten in dem Fall alle dieselbe Zusammensetzung. Chondren eines Chondrites haben in gleicher Weise unterschiedliche Isotopen-Zusammensetzungen.

Zwischen etwa 10 und 30 Gew%. Dieser Bereich ist deutlich höher, wenn MgO betrachtet wird (Element -> Oxid Umrechnungsfaktor: 1.65).

Unimodal und etwa normal bis log-normal. Seltener, und nur für einige Elemente auch multi-modal. Zum Beispiel im Fall von Al, wenn wahrscheinlich CAI-ähnliches Material einem Teil der Chondren beigemischt wurde.

Wahr

Falsch

Mischung mit SiO2

Die Chondren kommen aus Reservoiren mit unterschiedlichen Zusammensetzungen

Gas-Schmelz Austausch

Zumischung präsolarer Körner

Wahr

Falsch

5.10 SEE Gesamtzusammensetzung von Chondren

Die SEE-Muster von Gesamt-Chondren aller Chondrit-Gruppen sind überwiegend unfraktioniert, flach, und meist angereichert relativ zu CI. Offensichtlich entstanden Chondren aus Material das zuvor nicht fraktioniert wurde und etwas angereichert an SEE war. CAIs haben oftmals hohe SEE-Konzentrationen und unterschiedlich fraktionierte SEE-Muster, und können daher als eine signifikante Komponente ausgeschlossen werden.

Die SEE sind in Chondren meist gegenüber CI angereichert, und zwar um einen Faktor zwischen 1.2 und 2, meist rund um 1.5

Das ist sehr wahrscheinlich nicht richtig. Die SEE-Muster in Chondren sind in der Regel Flach, wohingegen CAIs oft fraktionierte SEE-Muster haben. Diese sollten von den Chondren ererbt werden – was nicht beobachtet wird. Jedoch haben einige Chondren auch fraktionierte SEE-Muster, und diese Chondren haben sehr wahrscheinlich etwas CAI-Material eingebaut. Die meisten Chondren erhielten ihre flachen SEE-Muster allerdings von unfraktioniertem, refraktären Material. Das kann als weiterer Beleg verwendet werden, dass CAIs in einer anderen Region gebildet wurden als Chondren.

Wahr

Falsch

Wahr

Falsch

Wahr

Nein, umgekehrt

Falsch

5.11 Klassifikation und der Sauerstoff (O) 3-Isotopen Plot

Meteorite unterscheiden sich signifikant in ihrer Sauerstoff-Isotopen Zusammensetzung. Diese wird daher als Klassifizierungsmerkmal verwendet. Meteorite einer Gruppe können jedoch über einen Bereich mit unterschiedlichen O-Isotopen Zusammensetzungen streuen. Ebenso streuen die Komponenten der Meteorite, wie etwa Chondren oder CAIs. Besonders auffällig ist, dass bestimmte Meteoriten-Gruppen wie die kohligen Chondrite, aber auch Komponenten wie Chondren oder CAIs entlang einer massenunabhängigen Korrelation mit einer Steigung nahe 1 fallen. Der Sonnenwind hat eine sehr 16O-reiche Zusammensetzung nahe denen der CAIs. Wahrscheinlich ist das die ursprüngliche Zusammensetzung unseres Sonnensystems, und die heute beobachteten Zusammensetzungen in den Meteoriten, deren Komponenten, aber auch die Zusammensetzung anderer planetarer Körpern wie der Erde, dem Monde oder dem Mars haben sich durch nachfolgende Prozesse entwickelt. Eine Möglichkeit ist hier die Mischung mit einer sehr 16O-armen Komponente, wie sie in ›Astrosilikaten‹ gemessen mit Werten von +150 ‰ wurden, die in der Verlängerung auf der Mischungsgeraden mit der Steigung von ca. 1 liegen.

5.12 Gesamt-Meteorit Nukleosynthetische Isotopen Dichotomie

Meteorite teilen sich anhand ihrer nukleosynthetischer Anomalien (z.B. 54Cr vs 50Ti) in zwei Gruppen: kohlige Chondrite und nicht-kohlige Chondrite. Möglicherweise wurden im äußeren Sonnensystem den kohligen Chondriten präsolare Körner mit stark anomalen Isotopen-Verhältnissen zugemischt, während den nicht-kohligen Chondriten – gravitativ abgeschirmt von Jupiter – diese präsolaren Körner nicht zugemsicht wurden.

Mindestens zwei Eigenschaften sind eindeutig unterschiedlichen zwischen verschiedenen Objekten. In diesem Fall die Isotopen-Zusammensetzungen verschiedener Meteorite.

Die beiden unterschiedenen Gruppen werden ›kohlig‹ und ›nicht-kohlig‹ genannt. Die Dichotomie zwischen diesen sind Unterschiede in manchen Isotopen-Anomalien, in diesem Fall in 50Ti und 54Cr.

Wahr

Falsch

Wahr

Falsch

Die protoplanetare Scheibe war bei ihrer Entstehung in einen äußeren Bereich mit und einen innen Bereich ohne präsolare Körner strukturiert.

Präsolare Körner wurden zum äußeren, aber nicht innern Sonnensystem zugemischt.

Jupiter verhinderte, dass das innere Sonnensystem mit präsolaren Körnern kontaminiert wurde.

Die Zumischung unterschiedlicher Mengen präsolarer Körner zu kohlen und nicht-kohligen Meteoriten.

5.13 Mittlere Chondren-Durchmesser in den verschiedenen Chondrit-Gruppen

Die Chondren-Populationen einer Chondrit-Gruppen streuen über ein Intervall an Durchmessern, deren Verteilung meist normal bis log-normal ist. Die mittleren Chondren-Durchmesser der Chondren-Populationen in den verschiedenen Chondrit-Gruppen variieren von ca. 900 µm in CV und CK Chondriten bis hinunter zu ca. 150 µm in CM Chondriten. Clan-Beziehungen sind erkennbar zwischen z.B. CV und CK oder CO and CM Chondriten, deren Chondren-Populationen jeweils dieselben, mittleren Chondren-Durchmesser haben.

Die Chondren der verschiedenen Chondrit-Gruppen können nicht gemischt worden sein, da fast jede Gruppe eine andere, mittlere Chondren-Größe hat. Chondrit-Gruppen mit ähnlichen mittleren Chondren-Größen bilden einen Clan – jedoch nicht nur wegen der mittleren Chondren-Größen. Die verschiedenen mittleren Chondren-Größen belegen unterschiedliche Chondren-Bildungsbedingungen in den Chondren-Bildungsregionen der verschiedenen Chondrite.

CV-CK und CM-CO.

Wahr

Falsch

CC

OC

EC

K

R

CC

OC

EC

K

R

5.14 Chondren Größen-Verteilungen

Chondren eines Chondriten sind unterschiedlich groß, mit ungefähr Log-Normalverteilungen. Die mittlere Chondren-Größen sind sehr variabel zwischen den einzelnen Chondrit-Gruppen, und charakteristisch für jede Gruppe. Die Formen der Verteilungen sind ebenfalls unterschiedlich, wenn auch nur leicht. Die Chondren-Größenverteilungen sind eine wichtige Rahmenbedingung für die Chondren-Bildung. Die Verteilung könnte von unterschiedlich großen Chondren Precursor-Aggregaten ererbt sein, die wahrscheinlich stochastic aggregierten. Die Größenverteilung könnten auch durch unterschiedlichen Verlust und Zugewinn an Material während des Gas-Schmelz-Austausches entstanden sein, der stattfand, während sich die Chondren bildeten. Alternativ wurde vorgeschlagen, dass eine Größensortierung zur beobachteten Verteilung führte. Nichtsdestotrotz müssen die Chondren zuvor unterschiedlich groß gewesen sein, um sortiert werden zu können.

Diese sind unimodale, normal bis log-normale Verteilungen.

  1. Größensortierung: theoretische Berechnung können die Form der Chondren-Größenverteilung reproduzieren. Allerdings können natürlich nur Chondren unterschiedlicher Größe sortiert werden. Daher kann Größensortierung allein nicht die unterschiedlichen Größen der Chondren erklären. Größensortierung ist wahrscheinlich auch ein Problem für Einzel-Reservoir Modelle für Chondren und Matrix. (ii) Chondren-Precursor: Chondren agglomerierten aus µm-kleinem Staubmaterial. Dieser Prozess produzierte womöglich unterschiedlich große Chondren-Precursor, aus denen in der Folge unterschiedlich große Chondren wurden. (iii) Evaporation & Rekondensation/Chondren-Bildung: Einzelne Chondren erfuhren womöglich leicht unterschiedliche Bildungsbedingungen während sie entstanden. Leichte Unterschiede in z.B. Peak-Temperatur, Evaporation und Rekondensationsraten, usw. könnten zu unterschiedlichen Chondrengrößen geführt haben. (iv) Unterschiedliche Herkunft: Chondren könnten sich an verschiedenen Orten gebadet haben, mit jeweils einer anderen Größe. Diese Chondren wurden nachfolgend gemischt. Allerdings würde man in diesem Szenario multimodal Chondren-Größenverteilungen erwarten.

Wahr

Falsch

… 155 µm

… 1550 µm

… 155 mm

… 0,155 mm

Wahr

Falsch